Schlauchmagen (Sleeve Gastrektomie, Sleeve Resektion)


Für einen Schlauchmagen entfernt der Operateur den größten Teil des Magens. Übrig bleibt ein zwei bis drei Zentimeter schmaler Schlauch, in den naturgemäß viel weniger Nahrung passt als vor der Operation. Die bis jetzt vorliegenden Ergebnisse zur Wirksamkeit des Eingriffs weisen darauf hin, dass der Schlauchmagen mit einer Reduktion des Übergewichts um durchschnittlich 60 Prozent ebenso wirksam ist wie der Magenbypass.

Wie funktioniert der Schlauchmagen?

Durch das stark reduziert Volumen ist der Magen schneller voll. Der Patient fühlt sich dadurch schon nach kleinen Portionen gesättigt. Hinzu kommt, dass der verkleinerte Magen auch weniger vom Hungerhormon Ghrelin und Leptin produziert. Dadurch wird der Appetit zusätzlich verringert.

Wie wird der Schlauchmagen platziert?

Der Schlauchmagen hat nach durchgeführter Operation die gleiche Position im Körper wie der vorher komplette Magen.

Welchen Vorteil bietet die Methode?

Anders als beim Magenband oder Magenbypass bleibt die Funktion des Magens weitgehend unverändert. Daher können die Patienten weiterhin fast normal essen -­ nur eben weniger. Der Eingriff ist kürzer und schonender als eine Magenbypass-­ Operation.

Wer profitiert von einem Schlauchmagen?

Ein Schlauchmagen ist für stark übergewichtige Menschen ab einem BMI von 40 eine Option. Bei zusätzlichen Erkrankungen wie Diabetes, die sich durch die Gewichtsabnahme bessern könnten, wird ein Schlauchmagen auch ab einem BMI von 35 gelegt. Voraussetzung ist, dass der Patient bereits mehrere erfolglose Abnehmversuche unter ärztlicher Aufsicht hinter sich hat.



Ausführliche Informationen:


Allgemeines

Allgemeines

Zur Behandlung der Adipositas können von spezialisierten Viszeralchirurgen (Abdominal- und Bauchchirurgen) - je nach Schwere der Erkrankung – unterschiedlich invasive bariatrische Eingriffe durchgeführt werden. Bariatrisch kommt von baros, dem griechischen Wort für Schwere oder Last. Dementsprechend befasst sich die bariatrische Medizin mit der Behandlung der Fettleibigkeit, auch Adipositas genannt, abgeleitet von dem lateinischen Begriff Adeps (Fett).

Body Mass Index (BMI)-Werte

Der BMI ist eine Rechengröße, die aus Körpergröße und Körpergewicht abgeleitet wird. Dieser Indexwert wird in der Praxis verwendet, um die Ausprägung eines Übergewichts beziehungsweise einer Adipositas zu erfassen.

Adipositas Grad 1: BMI-Wert ab 30
Adipositas Grad 2: BMI-Wert ab 35
Adipositas Grad 3: BMI-Wert ab 40

Restriktive Verfahren

Restriktive Verfahren

Ab einem BMI-Wert von 35 wird das Übergewicht als krankhaft und krankmachend bezeichnet. Man geht davon aus, dass eine dauerhafte Gewichtsreduzierung nur noch durch operative Eingriffe möglich ist. Die Schlauchmagen-Operation (OP) zählt zu den rein restriktiven Verfahren, da durch die Bildung eines verkleinerten Teilmagens das Fassungsvermögen des Magens deutlich verringert wird. Durch das stark reduzierte Volumen ist der Magen schneller voll und der Patient fühlt sich bereits nach kleinen Portionen gesättigt. Hinzu kommt, dass durch die Entfernung des Fundus’ - der Teil des Magens, der die sogenannten Hungerhormone Ghrelin und Leptin produziert – kaum noch ein Hungergefühl auftritt. Das Therapieversagen liegt bei etwa 10-20%.

Eine Schlauchmagen-OP wird normalerweise über eine Bauchspiegelung (Laparoskopie oder auch Schlüssellochtechnik) ausgeführt und ist daher eine minimalinvasive Operationstechnik.

Einsatzmöglichkeiten und Indikationen

Einsatzmöglichkeiten und Indikationen

Der Eingriff kommt als alleinstehendes Verfahren oder aber als erster Schritt einer mehrstufigen Behandlung zum Einsatz. Letzteres Vorgehen ist vor allem für Patienten mit einer extrem ausgeprägten Adipositas geeignet; bei einem BMI-Wert ab 50 oder bei einem schon sehr stark eingeschränkten Gesundheitszustand wird ein mehrzeitiges und -stufiges Verfahren angewendet, um eine Risikominimierung zu erreichen. Ziel ist es, mithilfe des ersten Eingriffs so viel Gewicht abzubauen, dass die anschließende Operation zur Herbeiführung einer Malabsorption mit verringertem Risiko durchgeführt werden kann. Malabsorption bedeutet, dass die eine reduzierte Aufnahme von Nährstoffen aus dem Darm vorliegt.

Eine solche zweite OP (nach 1-3 Jahren) kann auch angezeigt sein, wenn sich der Magenschlauch wieder ausgedehnt hat; dies passiert bei circa 30% aller Patienten. Sehr vereinfacht gesagt wird bei den möglichen Folgeoperationen, zum Beispiel einem Magenbypass, eine direkte Verbindung vom Restmagen zum Dünndarm hergestellt. Die chirurgischen Methoden unterscheiden sich hauptsächlich dadurch, an welcher Stelle der mit dem Restmagen verbundene Dünndarm wieder mit einem tiefer liegenden Darmabschnitt verbunden wird.

Für welche Folgeoperation man sich entscheidet, hängt allein von den individuellen Faktoren eines jeden Patienten ab. Hat dieser dank des Schlauchmagens und einer erfolgreichen Umstellung seiner Essgewohnheiten bereits ausreichend Gewicht verloren, wird der zweite Schritt unter Umständen gar nicht erforderlich.

Eingriff und Wirkungsweise

Eingriff und Wirkungsweise

Es handelt sich bei dieser bariatrischen Therapieform um eine echte Magenverkleinerung, da der Chirurg bei diesem Eingriff laparoskopisch circa 70-80% des Magens entfernt. Dadurch entsteht ein schmaler Schlauch mit einem Durchmesser von nur 2-3 Zentimetern und einem Fassungsvermögen von 100 bis 150 Millilitern. Normalerweise kann ein Magen circa 2-3 Liter fassen. Der Patient kann nur noch kleine Nahrungsmengen zu sich nehmen und ist schneller satt, unterstützt durch ein vermindertes Hungergefühl aufgrund einer reduzierten Produktion der sogenannten „Hungerhormone“ Ghrelin und Leptin.

In Vorbereitung auf den Eingriff sollten Maßnahmen ergriffen werden, um die Magenschleimhaut zu schützen. So sollten Medikamente wie etwa Aspirin, ASS, Cortison und Rheuma-Mittel wenn möglich abgesetzt beziehungsweise sollte auf gewöhnliche Schmerzmittel ausgewichen werden. Weitere Auskünfte dazu erteilt der behandelnde Arzt.

Nach bis heute vorliegenden Erkenntnissen bezüglich der Wirksamkeit von Adipositas-OPs ist der Schlauchmagen mit einer Reduktion des Übergewichts um durchschnittlich 60% ebenso wirksam ist wie der Magenbypass.

Vorteile

Vorteile

Eine Schlauchmagen-OP ist ab einem BMI-Wert von 40 eine gute und Erfolg versprechende Option. Bei zusätzlichen Erkrankungen wie etwa Diabetes Typ II und Bluthochdruck, die sich durch eine Gewichtsabnahme bessern können, wird dieser Eingriff auch ab einem BMI-Wert von 35 durchgeführt. Voraussetzung hierfür ist, dass der Patient bereits mehrere erfolglose konventionelle Abnahmeversuche unter ärztlicher Aufsicht unternommen hat.

Der Schlauchmagen behält hat nach der Operation die gleiche Position im Körper wie der zuvor komplette Magen und auch die Funktion bleibt weitgehend unverändert. Daher können die Patienten weiterhin fast normal essen, müssen sich aber hinsichtlich der Portionsgrößen deutlich einschränken. Der Eingriff ist kürzer und schonender als zum Beispiel eine Magenbypass-OP.

Probleme und Risiken

Probleme und Risiken

Zu den allgemeinen Risiken einer jeden Operation zählen Infektionen, schlechte Wundheilung und Narbenbildung sowie die Gefahr der Entstehung von Thrombosen und Embolien. Auch Blutungen und ein dadurch bedingter etwaiger Transfusionsbedarf treten auch bei ansonsten gesunden Patienten auf. Es darf jedoch nicht übersehen werden, dass adipöse Menschen mit steigendem BMI-Wert unter einer Vielzahl von Begleiterkrankungen leiden, die diese allgemeinen Risiken potenzieren.

Als spezielles Risiko der Sleeve-Gastrektomie gilt unter anderem eine Vergrößerung des Restmagens; diese wird durch übermäßiges Essen ausgelöst und macht unter Umständen eine erneute OP erforderlich. Bei einer Überdehnung kann zudem eine Entzündung der Speiseröhre auftreten.

Hat der Magenschlauch einen zu geringen Durchmesser, was sich beispielsweise durch anhaltendes Erbrechen bemerkbar machen kann, muss er geweitet werden. Auch Blutungen und Undichtheiten (Leckagen) durch die Klammernähte sind ebenso wie ein erhöhtes Auftreten von Gallensteinen eine verbreitete Operationsfolge.

Ernährung und Einschränkungen

Ernährung und Einschränkungen

Grundsätzlich müssen sich Patienten mit einem Schlauchmagen bezüglich ihrer Ernährung nicht eklatant umstellen; jedoch können durch eine Fehlernährung Mangelerscheinungen auftreten. Als Folgeerscheinung des Eingriffs können auch neue Nahrungsmittelunverträglichkeiten auftreten, und durch zuckerhaltige Speisen akute Durchfallbeschwerden ausgelöst werden.

Grundsätzlich empfiehlt sich der Eingriff für Menschen, die regelmäßig essen und auf häufige, hochkalorische Zwischenmahlzeiten und Getränke verzichten. Außerdem sollte auf eine regelmäßige und ausreichende Zufuhr von Eiweiß (Protein) geachtet werden, wobei Proteindrinks auch einzelne Mahlzeiten ersetzen können.

Weiterhin sollten keine Medikamente eingenommen werden, welche die Magenschleimhaut schädigen können (ASS, Aspirin, Cortison und alle Rheumamittel). Es empfiehlt sich im Bedarfsfall auf andere Schmerzmittel umzusteigen. Nähere Auskünfte dazu erteilt der behandelnde Arzt.

Im Mittelwert kann das Übergewicht – bei richtiger Ernährung und regelmäßiger Bewegung - im ersten Jahr nach der Operation um mehr als 60% reduziert werden. Es kommt allerdings auch vor, dass die Gewichtsreduktion so massiv ist, dass eine vermehrte Substitution erforderlich wird.

Nachsorge und Langzeittherapie

Nachsorge und Langzeittherapie

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, die bei komplikationslos verlaufenen Eingriffen meist nach 3-4 Tagen erfolgt, sind bestimmte Dinge zu beachten:

  1. Bei einem BMI-Wert ab 50 sollten für mindestens vier Wochen Thrombosespritzen gesetzt werden.
  2. Erforderlich ist außerdem die Einnahme eines Magenschutzmedikamentes für mindestens 12 Monate.
  3. Ungefähr vier Wochen nach der Schlauchmagen-OP muss mit einer Behandlung zur Supplementation von Vitaminen und Mineralstoffen begonnen werden. Eine tägliche Dosis (zweifacher Tagesbedarf) eines Multivitamin-Multimineral-Präparats ist hierfür ausreichend.
  4. Darüber hinausgehende Nahrungsergänzungsmittel sind nach diesem Eingriff nicht erforderlich, können aber im Einzelfall angezeigt sein.
  5. Nach 4-6 Wochen steht der erste postoperative Kontrolltermin im jeweiligen Adipositaszentrum an, weitere Kontrollen erfolgen danach im ersten Jahr in dreimonatigen Zeitintervallen. Überprüft werden hier das Gewicht und Laborwerte, welche zuvor vom Hausarzt untersucht wurden.
  6. Ab dem zweiten Jahr sollten Patienten mindestens einmal jährlich vorstellig werden. Treten jedoch Komplikationen auf oder nimmt der Patient wieder zu, ist eine unverzügliche Vorstellung im Adipositaszentrum notwendig.

Es ist ferner zu beachten, dass nach bariatrischen Eingriffen mit einer erhöhten Fruchtbarkeit zurechnen ist; diese wird durch einen veränderten Hormonhaushalt bedingt, der wiederum durch den Gewichtsabbau beeinflusst wird. Patientinnen sollten in den ersten 18 Monaten nach einer Adipositas-OP von einer Schwangerschaft absehen, um eine Zusatzbelastung des Körpers zu vermeiden.

Zur Langzeittherapie eines bariatrischen Eingriffs gehört stets eine Ernährungstherapie und psychologische Beratung: Durch die körperliche und psychische Veränderung des Patienten werden auch sein Lebensgefühl sowie die Wahrnehmung durch das Umfeld beeinflusst. Ferner sollten etwaige erforderliche Folgeoperationen nach einer massiven Gewichtsreduktion eingeplant werden, beispielsweise die Entfernung von überschüssiger Haut, den sogenannten Hautschürzen.

Kosten

Kosten

Auch wenn Adipositas vom deutschen Bundessozialgericht als Krankheit anerkannt wurde, werden die Kosten für bariatrische Eingriffe nicht immer von den Krankenkassen übernommen. Die Kosten müssen im Einzelfall im Vorfeld einer Behandlung genehmigt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen, die von verschiedenen Fachausschüssen herausgearbeitet wurden, sind die Krankenkassen aber zu einer Kostentragung bereit; allerdings muss ein Patient zusätzlich die Bereitschaft erkennen lassen, seine Ernährungs- und Lebensgewohnheiten nach der OP ernsthaft und nachhaltig verändern zu wollen.

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