Magenbypass


Bei der Magenbypass-Operation handelt es sich um eine operative Therapiemöglichkeit zur Gewichtsreduzierung. Normalerweise gelangt der vorverdaute Speisebrei durch den Magen in den Zwölffingerdarm. Dort wird er mit den Verdauungssäften aus Bauchspeicheldrüse und Galle verwertet. Durch die Umleitung der Verdauungssäfte, die zur Fettverdauung nötig sind, kommt es zu einer deutlich reduzierten Fettaufnahme.

Wie funktioniert der Magenbypass?

Bei der Magenbypass-Operation wird ein großer Teil des Magens und ein Stück des Dünndarms entnommen. Der Restmagen und der Restdünndarm werden wieder miteinander verbunden. Somit wird die Nahrungspassage verkürzt und es wird weniger Nahrung verdaut.

Wie wird der Magenbypass platziert?

Der Magenbypass hat nach durchgeführter Operation die gleiche Position im Körper wie der vorher komplette Magen.

Welchen Vorteil bietet die Methode?

Der kleine Restmagen wird mit dem restlichen Dünndarm verbunden, so dass die Nahrungspassage zwar verkürzt, aber ansonsten ungestört bleibt (sog. alimentärer Schenkel). Schließlich wird der Verdauungsschenkel ca. 100 cm hinter der "neuen" Magen-­ Dünndarmverbindung seitlich wieder angenäht, so dass die Verdauungssäfte erst später in den Darm fließen. Dadurch wird die Fettverdauung um ca. 40% reduziert.

Wer profitiert von einem Magenbypass?

In der Regel erzielen Menschen mit Übergewicht ab einem BMI-Wert von 40 den größten Nutzen von der Operation.



Ausführliche Informationen:


Allgemeines

Allgemeines

Zur Behandlung der Adipositas können von spezialisierten Viszeralchirurgen (Abdominal- und Bauchchirurgen) - je nach Schwere der Erkrankung – unterschiedlich invasive bariatrische Eingriffe durchgeführt werden. Bariatrisch kommt von baros, dem griechischen Wort für Schwere oder Last. Dementsprechend befasst sich die bariatrische Medizin mit der Behandlung der Fettleibigkeit, auch Adipositas genannt, abgeleitet von dem lateinischen Begriff Adeps (Fett).

Body Mass Index (BMI)-Werte

Der BMI ist eine Rechengröße, die aus Körpergröße und Körpergewicht abgeleitet wird. Dieser Indexwert wird in der Praxis verwendet, um die Ausprägung eines Übergewichts beziehungsweise einer Adipositas zu erfassen.

Adipositas Grad 1: BMI-Wert ab 30
Adipositas Grad 2: BMI-Wert ab 35
Adipositas Grad 3: BMI-Wert ab 40

Bypass-Verfahren

Bypass-Verfahren

Neben den rein restriktiven Verfahren, die das Fassungsvermögen des Magens verringern, gibt es Methoden, die auf dem Prinzip der Malabsorption beruhen: Hier wird durch eine dauerhafte anatomische Veränderung des Magen-Darm-Traktes der Nahrungsbrei derart umgeleitet, dass die Aufnahmekapazität (Resorption) von Nährstoffen stark reduziert wird. Bei einem Magenbypass handelt es sich um eine Operationstechnik, die beide Prinzipien kombiniert.

Das Einrichten eines Magenbypasses ist eine größere Bauch-Operation, die relativ rasch zu einer effektiven Gewichtsabnahme führt. Zum einen wird durch den verkleinerten Magen die Menge der Nahrungszufuhr begrenzt, zum anderen nimmt die zugeführte Nahrung eine Abkürzung, weshalb sie vom Körper nur beschränkt aufgenommen wird.

Die Entscheidung, welche bariatrische Maßnahme im Einzelfall die Richtige ist, hängt von den Risiken der jeweiligen Operation (OP) und dem Gesundheitszustand des Patienten ab. Mit einem Magenbypass kann ein durchschnittlicher Gewichtsverlust von 60% des einstigen Übergewichts erzielt werden, im Idealfall wird durchaus auch das gesamte Übergewicht abgebaut.

Einsatzmöglichkeiten und Indikationen

Einsatzmöglichkeiten und Indikationen

Als alleinstehende Behandlungsmethode eignet sich diese bariatrische OP für Menschen mit einem BMI-Wert ab 40, die mit konventionellen Abnahmeversuchen gescheitert sind und kalorienreiche und süße Speisen und Getränke bevorzugen.

Bei Patienten mit einem BMI-Wert über 55 ist diese Operation nur sehr schwer durchführbar, da sie technisch hochkomplex und außerdem sehr riskant ist. Hier wird regelmäßig im ersten Schritt entweder ein Magenballon eingesetzt oder eine Schlauchmagen-OP gemacht, um so ungefähr 40-50 kg Übergewicht abbauen zu können. Nach erfolgter Gewichtsreduktion kann dann eine Bypass-OP angesetzt werden.

Eingriff und Wirkungsweise

Eingriff und Wirkungsweise

Auch diese OP wird heutzutage fast ausschließlich laparoskopisch, d.h. mit der Schlüssellochtechnik, durchgeführt. Das meistverbreitete Verfahren ist der sogenannte Roux-en-Y-Magenbypass.

Zuerst wird der Magen mittels einer Klammernaht verkleinert, wobei im Gegensatz zur Schlauchmagen-OP der abgetrennte Teil des Magens nicht entfernt wird. Dann wird der stark verkleinerte Vormagen, welcher nur noch circa 30-50 Milliliter fassen kann, unter Überbrückung des Zwölffingerdarms mit einem mittleren Abschnitt des Dünndarms verbunden. Durch die Umgehung des Hauptmagens wird zudem der Ghrelin-Hormonspiegel im Blut gesenkt, was zu einer Reduzierung des Hungergefühls und des Zuckerbedarfs führt. Das verringerte Fassungsvermögen des Vormagens bewirkt ein schnelleres Sättigungsgefühl.

Der vordere Abschnitt des Dünndarms fängt die Verdauungssäfte aus dem verbliebenen Restmagen auf und setzt diese dem Nahrungsbrei an der Stelle wieder zu, wo der Bypass mit dem Dünndarm verbunden wurde. Die Resorption der Nahrung wird also durch Überbrückung von Teilen des Darms, die damit nicht mehr an der Verdauung beteiligt sind, reduziert.

Der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt und Patienten verbleiben in der ersten Nacht zur besseren Beobachtung auf der Intensivstation. Anschließend wird oftmals eine Röntgenuntersuchung unter Einsatz eines Kontrastmittels durchgeführt, um den oberen Verdauungstrakt zu untersuchen.

Vorteile

Vorteile

Insbesondere die Effektivität des Eingriffs und die Aussicht, nach etwa 4-6 Wochen wieder ein relativ normales Leben führen zu können, sind Vorteile eines Magenbypasses. Zu den positiven Nebeneffekten zählen unter anderem eine Besserung von Bluthochdruck, Diabetes, Schlafapnoe (Atemaussetzer während des Schlafes) und auch der Blutfette und des Cholesterins. Auch Rückenleiden gehen zurück.

Durch die Absenkung des als „Hungerhormon“ bekannten Ghrelins wird das Hungergefühl eingedämmt und die Gewichtsreduktion zusätzlich begünstigt.

Probleme und Risiken

Probleme und Risiken

Jede Operation und jede Vollnarkose stellt ein gewisses Risiko dar – auch für ansonsten völlig gesunde Menschen. Übergewichtige Menschen weisen regelmäßig diverse Begleiterkrankungen auf wie erhöhten Blutdruck, Diabetes und veränderte Blutfettwerten (zusammengenommen das sogenannte metabolische Syndrom); daher ist das allgemeine Operationsrisiko um ein Vielfaches erhöht. Zu den allgemeinen Gefahren zählen Blutungen, Narbenbildung, Entzündungen und schlechte Wundheilung.

Ein Magenbypass birgt auch eine Zahl spezieller Risiken, wie etwa die erneute Aufweitung/Vergrößerung des Restmagens durch übermäßiges Essen, Erbrechen, das Auftreten der Refluxkrankheit (Sodbrennen) und dadurch eine Entzündung der Speiseröhre sowie Blutungen und Undichtheiten (Leckagen) durch die Klammernähte. Außerdem können Stenosen auftreten, also Verengungen an der künstlichen Magen-Darm-Verbindung, welche aber endoskopisch geweitet werden können.

Zu den etwaigen unangenehmen Folgeerscheinungen gehört auch das sogenannte Dumping-Syndrom, worunter man die Sturzentleerung flüssiger und fester Nahrung vom Magen in den Dünndarm versteht. Gefördert wird das Syndrom durch die gleichzeitige Aufnahme von fester Nahrung und Getränken, zu schnelles Essen oder zu süße und fette Speisen.

Magenschleimhaut-Erkrankungen, ein Nährstoffmangelsyndrom und ein vermehrtes Auftreten von Gallensteinen sind ebenfalls mögliche Komplikationen des Eingriffs.

Nicht ausgeschlossen ist weiterhin ein sogenannter Rebound-Effekt nach einigen Jahren, der eine erneute Gewichtszunahme bedeutet; meist liegt diese aber deutlich unter dem einstigen Übergewicht.

Bei circa 10% aller Patienten wird aufgrund der oben aufgeführten Problemen und daraus entstehender ernsthafter Komplikationen eine Folge-OP notwendig. Insgesamt liegt das Therapieversagen bei 10-20%, wobei eine Magenbypass-OP als erfolglos eingestuft wird, wenn nur 25% oder weniger des Übergewichts abgebaut werden konnten.

Ernährung und Einschränkungen

Ernährung und Einschränkungen

Es muss darauf geachtet werden, dass durch eine Fehlernährung keine Mangelerscheinungen wie zum Beispiel Vitaminmangel ausgelöst werden. Mehr dazu im Abschnitt „Nachsorge“. Anfangs sollten hauptsächlich Tee und flüssige Kost zugeführt werden, da die Nähte erst abheilen müssen und der Magen-Darm-Trakt empfindlich ist.

Nach etwa 2-3 Wochen kann auf püriertes Essen umgestellt werden, wobei die tägliche Nahrungsmenge im Idealfall auf 8 kleine Mahlzeiten verteilt wird. Außerdem sollte stets auf reichliche Flüssigkeitszufuhr geachtet werden (2-3 Liter täglich) – allerdings sollte zwischen und nicht zu den Mahlzeiten getrunken werde.

Nach ungefähr 3 Monaten normalisiert sich die Nahrungsaufnahme; Patienten sollten aber dennoch kleine Mahlzeiten beibehalten und viele Ballaststoffe zu sich nehmen.

Oftmals entwickeln Patienten Speisenintoleranzen bezüglich Nahrungsmitteln, welche vor dem Eingriff gut vertragen wurden. Speisen und Getränken mit Zuckerersatzstoffen sollten der Vorzug gegeben werden, nicht nur aus Gründen der Gewichtsreduzierung, sondern auch um den Blutzuckerspiegel zu regulieren und Nebenerscheinungen wie das Dupming-Syndrom, und damit akute Durchfallbeschwerden, in Schach zu halten.

Nachsorge und Langzeittherapie

Nachsorge und Langzeittherapie

Im Durchschnitt verbringt ein Patient nach einer Magenbypass-OP etwa 3-6 Tage im Krankenhaus. Nach der Entlassung sind folgende Punkte zu beachten:

  1. Der Gewichtsverlust sollte sich nach Ablauf der ersten zwei Monate auf maximal 1 kg pro Woche einpendeln, unter anderem auch, damit das Gewebe Zeit hat, sich an veränderte Körperform zu gewöhnen.
  2. Zur Vermeidung von Mangelerscheinungen müssen meist lebenslang Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen zusätzlich zur Nahrung eingenommen werden. Besonders wichtig ist eine Supplementierung mit Vitamin B12, das als Spritzkur verabreicht wird.
  3. Außerdem muss auf eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß (Proteinen) geachtet werden.
  4. Auch Medikamente zum Schutz der Magenschleimhaut sind erforderlich.
  5. Während der aktiven Phase der Gewichtsreduzierung sollten mindestens alle 3 Monate Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, die auch vom Hausarzt übernommen werden können.

Zur Langzeittherapie eines bariatrischen Eingriffs gehört stets eine Ernährungstherapie und psychologische Beratung: Durch die körperliche und psychische Veränderung des Patienten werden auch sein Lebensgefühl sowie die Wahrnehmung durch das Umfeld beeinflusst. Ferner sollten etwaige erforderliche Folgeoperationen nach einer massiven Gewichtsreduktion eingeplant werden, beispielsweise die Entfernung von überschüssiger Haut, den sogenannten Hautschürzen.

Kosten

Kosten

Adipositas ist zwar vom deutschen Bundessozialgericht als Krankheit anerkannt worden, dennoch gehören bariatrische Eingriffe (noch nicht) zu den normalen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse kann aber im Einzelfall beantragt werden. Zu den Voraussetzungen für eine Übernahme durch die Kassen gehört derzeit ein fachübergreifendes Therapiekonzept, an dem Adipositaschirurgen, Internisten, Ernährungsexperten, Psychologen und auch Bewegungstherapeuten beteiligt sind. Diese Art der Behandlung wird in zertifizierten Adipositaszentren angeboten.

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Wir sind das bundesweit größte Experten-Netzwerk im Bereich Adipositas.

Weitere Informationen zum Magenballon bekommst du bei unserem Partner den
Magenballon-Experten.

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