Was ist ein Magenballon?

Was ist der Magenballon?

Der Magenballon besteht aus einem weichen und dehnbaren Ballon. Über einen Einsatzschlauch wird dieser im Magen platziert und über ein Füllsystem mit einer Kochsalzlösung gefüllt. Im gefüllten Zustand ist der Ballon zu groß, um in den Darm zu wandern und verbleibt somit im Magen.

Wie funktioniert der Magenballon?

Durch den Ballon wird eine Vorfüllung des Magens erreicht. Der Patient benötigt dadurch weniger Nahrung, bis sich ein Sättigungsgefühl einstellt.

Wie wird der Magenballon im Magen eingesetzt?

Der Ballon wird im kompakten, ungefüllten Zustand durch den Mund in den Magen eingeführt. Ein chirurgischer Eingriff ist hierfür nicht erforderlich. Der Schluckprozess wird durch eine Oberflächenanästhesie zur Betäubung des Kehlbereichs erleichtert. Sobald sich der Ballon im Magen befindet, wird er durch einen kleinen, am Ballon angebrachten Füllschlauch (Katheter) mit einer sterilen Kochsalzlösung gefüllt. Nach dem Füllvorgang entfernt der Arzt den Katheter. Der Ballon ist mit einem selbstdichtenden Ventil ausgestattet und schwimmt jetzt frei im Magen.

Welchen Vorteil bietet die Methode?

Der gesamte Eingriff dauert in der Regel nicht länger als 30 Minuten. Nach einer kurzen Beobachtungsphase wird der Patient am gleichen Tag wieder entlassen.


Weitere Informationen auf www.magenballon-experten.de


Ausführliche Informationen:


Allgemeines

Allgemeines

Zur Behandlung der Adipositas können von spezialisierten Viszeralchirurgen (Abdominal- und Bauchchirurgen) - je nach Schwere der Erkrankung – unterschiedlich invasive bariatrische Eingriffe durchgeführt werden. Bariatrisch kommt von baros, dem griechischen Wort für Schwere oder Last. Dementsprechend befasst sich die bariatrische Medizin mit der Behandlung der Fettleibigkeit, auch Adipositas genannt, abgeleitet von dem lateinischen Begriff Adeps (Fett).

Body Mass Index (BMI)-Werte

Der BMI ist eine Rechengröße, die aus Körpergröße und Körpergewicht abgeleitet wird. Dieser Indexwert wird in der Praxis verwendet, um die Ausprägung eines Übergewichts beziehungsweise einer Adipositas zu erfassen.

Adipositas Grad 1: BMI-Wert ab 30
Adipositas Grad 2: BMI-Wert ab 35
Adipositas Grad 3: BMI-Wert ab 40

Restriktive Verfahren

Restriktive Verfahren

Zu den sogenannten rein restriktiven Verfahren zur Unterstützung einer Gewichtsabnahme gehört auch der Magenballon: Infolge der Einbringung eines solchen Ballons in den Magen kann Nahrung nur noch in kleinen Portionen aufgenommen werden und es tritt ein frühes Sättigungsgefühl ein.

Für das Einsetzen eines Magenballons ist keine Operation (OP) erforderlich, sondern der aus Silikon bestehende Ballon wird im kompakten, ungefüllten Zustand endoskopisch durch den Mund in den Magen eingebracht. Patienten erhalten eine Oberflächenanästhesie oder eventuell auch eine leichte Narkose, um den Schluckprozess zu erleichtern. Ein Magenballon kann maximal sechs Monate im Körper verbleiben.

Einsatzmöglichkeiten und Indikationen

Einsatzmöglichkeiten und Indikationen

Der Magenballon wird oft als Vorstufe für minimalinvasive Adipositas-OPs eingesetzt, um eine erste Gewichtsreduzierung zu erreichen. Oftmals sind OPs wie etwa Schlauchmagen oder Magenbypass aufgrund des Gewichtes nicht möglich oder mit zu hohen Risiken behaftet.

Sofern der Magenballon den gewünschten Erfolg herbeigeführt hat, kann sich nach seinem Entfernen und einer circa dreimonatigen Pause ein operatives Verfahren anschließen, um dem Patienten bei weiterem Gewichtsabbau zu unterstützen.

Der Effekt des Ballons, das heißt der Eintritt eines raschen Sättigungsgefühls, hält nach dem Entfernen noch ungefähr acht Wochen an, ehe das alte Essverhalten unter Umständen wieder einsetzt. Der Ballon allein ist also keine Dauerlösung, da er nur temporär die Nahrungsaufnahme herabsetzt.

Bei einer Adipositas Grad 1 und 2 kann die vorübergehende Implantation zu guten Ergebnissen führen, bei Adipositas Grad 3 (morbide Adipositas) hingegen kommt der Magenballon nur zur präoperativen Gewichtsreduktion infrage.

Eingriff und Wirkungsweise

Eingriff und Wirkungsweise

In Vorbereitung auf den Eingriff sollten Maßnahmen ergriffen werden, um die Magenschleimhaut zu schützen. So sollten Medikamente wie etwa Aspirin, ASS, Cortison und Rheuma-Mittel wenn möglich abgesetzt beziehungsweise sollte auf gewöhnliche Schmerzmittel ausgewichen werden. Weitere Auskünfte dazu erteilt der behandelnde Arzt.

Vor dem eigentlichen Eingriff wird eine Magenspiegelung durchgeführt, um festzustellen, ob diese Therapieform für einen Patienten geeignet ist und um mögliche Risikofaktoren aufzuspüren oder auszuschließen.

Kommt der Arzt zu dem Ergebnis, dass dieser Behandlungsmethode nichts im Wege steht, wird der Magenballon endoskopisch im Magen platziert. Aufgrund der leichten Betäubung sind Patienten für circa 24 Stunden nicht verkehrstüchtig und müssen sich von einer Begleitperson abholen lassen.

Nach dem Einsetzen wird der Ballon in Abhängigkeit vom Magenvolumen mit einer blau eingefärbten sterilen Kochsalzlösung befüllt. Die Farbe dient der leichteren Erkennung im Falle einer Undichtheit (Leckage). Der nun gefüllte Ballon verringert das Magenvolumen beträchtlich und verhilft zu einem schnelleren Sättigungsgefühl, denn die Menge der zuführbaren Nahrung ist nun begrenzt und der Nahrungsbrei kann den Magen nur noch langsam passieren.

Der gesamte Eingriff dauert in der Regel nicht länger als 30 Minuten. Nach einer kurzen Beobachtungsphase wird der Patient am gleichen Tag wieder entlassen.

Vor der planmäßigen Entfernung eines Ballons nach maximal sechs Monaten sollte ein Patient drei Tage vor dem Eingriff nur flüssige und fettarme Nahrung zu sich zu nehmen, damit die endoskopische Entfernung nicht durch feste Nahrungsbestandteile behindert wird.

Der durchschnittliche Gewichtsverlust beträgt bei dieser Therapieform ungefähr 15-20 kg,

Vorteile

Vorteile

Der Magenballon ist ein minimalinvasives und schonendes Verfahren, um schwer übergewichtige Menschen bei ihrem Kampf gegen Adipositas zu unterstützen. Es handelt sich um eine temporäre Implantation, die jederzeit rückgängig gemacht werden kann und im Unterschied zu Schlauchmagen und Magenbypass nicht dauerhaft in die Anatomie des Magen-Darm-Traktes eingreift.

Probleme und Risiken

Probleme und Risiken

Die Verwendung eines Magenballons kommt nicht infrage, wenn chronische Erkrankungen wie Geschwüre oder Anomalien der Magenanatomie vorliegen.

Ein Magenballon kann undicht werden oder platzen und auslaufen; infolge dessen kann es zu einem Darmverschluss kommen, wenn der eingefallene Ballon in den Darm abrutscht. Auch kann sich im Nachhinein eine Nichtverträglichkeit des Materials einstellen, die Geschwüre und Entzündungen im Magen hervorrufen kann. In einem solchen Fall ist die sofortige Entfernung des Ballons notwendig.

In den ersten 3-4 Tagen nach dem Eingriff treten oftmals Übelkeit, Sodbrennen und Erbrechen auf. Es empfiehlt sich daher, in der ersten Woche keine wichtigen Termine anzusetzen und sich Zeit zu lassen, um sich an die neue Situation zu gewöhnen.

Außerdem ist zu beachten, dass es aufgrund der veränderten Nahrungszufuhr und den etwaigen Nebenwirkungen bei Diabetikern zu Blutzuckerschwankungen kommen kann.

Ernährung und Einschränkungen

Ernährung und Einschränkungen

Ein Patient sollte sich bereits im Vorfeld mit der erforderlich werdenden Ernährungsumstellung vertraut machen und auseinandersetzen. Im Idealfall verinnerlicht er diese neuen Gewohnheiten und behält sie auch nach der Entfernung des Magenballons bei.

Regelmäßiges Essen und kleine Portionen stehen hierbei im Vordergrund. Es sollten täglich 5 kleine Mahlzeiten eingenommen werden, wobei ausgewogene Schonkost empfohlen wird. Ebenso sollte weitgehend auf Alkohol, Nikotin und Backwaren aus Weißmehl verzichtet werden. Zudem sollten pro Tag mindestens 2 Liter Flüssigkeit zugeführt werden, am besten Wasser und ungesüßte Tees. Unter Umständen kann es bei einem empfindlichen Magen angezeigt sein, Säure blockende Medikamente einzusetzen. Multivitaminpräparate dürfen höchstens 1 Mal täglich eingenommen werden.

Jede effektive Gewichtsabnahme erfordert neben einer nachhaltigen Ernährungsumstellung auch ausreichende körperliche Betätigung. Ein Magenballon steht dem nicht im Wege. Patienten können ohne Probleme Sport und Fitness betreiben, sollten aber auf Kampfsportarten verzichten.

Patientinnen, die während einer Ballontherapie schwanger werden, sollten regelmäßige gynäkologische Untersuchungen durchführen lassen.

Nachsorge

Nachsorge

Abgesehen von der erforderlichen Ernährungsumstellung und der Aufnahme eines aktiveren Lebensstils sind folgende Dinge zu beachten:

  1. Sofern keine Komplikationen auftreten, sollte nach 4–6 Wochen eine erste Kontrolluntersuchung in der Klinik durchgeführt werden. Hierbei wird der behandelnde Arzt das Gewicht kontrollieren und den Patienten hinsichtlich seiner Erfahrungen und neuen Essgewohnheiten befragen.
  2. Ungefähr 4 Monate nach dem Eingriff wird bereits ein Termin für die Entfernung des Magenballons vereinbart. Wie oben erwähnt darf ein Ballon maximal 6 Monate im Magen verbleiben. Es ist möglich, nach Ablauf der 6 Monate nochmals einen Magenballon einzusetzen; allerdings ist der Wirkungsgrad eines weiteren Ballons im Vergleich zur Erstanwendung deutlich herabgesetzt.
  3. Zu den Nachsorgeterminen sollten Patienten stets die Untersuchungsergebnisse ihres Hausarztes und aktuelle Blutwerte mitbringen.
  4. Die Nachsorge bei dieser Behandlungsmethode ist für einige Patienten gleichzeitig die Vorbereitung auf eine bariatrische OP wie etwa Magenbypass oder Schlauchmagen; diese können erst anberaumt und mit vermindertem Risiko durchgeführt werden, wenn Patienten eine erste Gewichtsabnahme erfolgreich bewältigt haben.

Zur Langzeittherapie einer Adipositasbehandlung gehört auch eine Ernährungstherapie und psychologische Beratung: Durch die körperliche und psychische Wandlung des Patienten werden auch sein Lebensgefühl sowie die Wahrnehmung durch das Umfeld beeinflusst. Ferner sollten etwaige erforderliche Folgeoperationen nach einer massiven Gewichtsreduktion eingeplant werden, beispielsweise die Entfernung von überschüssiger Haut, den sogenannten Hautschürzen.

Kosten

Kosten

Krankenkassen übernehmen die Kosten für einen Magenballon, die sich zwischen € 2500 - € 4000 bewegen, in der Regel nicht. Kommt er allerdings als Vorbereitungsmaßnahme für einen bariatrischchirurgischen Eingriff zum Einsatz, etwa wenn die geplante OP ansonsten zu risikoreich wäre, kann es zu einer Kostenübernahme durch die Krankenkassen kommen. Die Voraussetzungen hierfür müssen im Vorfeld eines geplanten Eingriffs abgeklärt werden.

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Weitere Informationen zum Magenballon bekommst du bei unserem Partner den
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