Risiken einer Operation

Risiken invasiver Maßnahmen

Grundsätzlich birgt jeder operative Eingriff gewisse Risiken, auch für Menschen mit einem guten Gesundheitszustand. Bei einem schwer übergewichtigen Patienten potenzieren sich mitunter diese generellen Risiken, die zusätzlich zu den spezifischen OP-Risiken der einzelnen Methoden der Adipositaschirurgie berücksichtigt werden müssen.

Erhöhtes OP-Risiko bei Adipositas

Patienten mit schwerstem Übergewicht können zuweilen nicht operiert werden, da die Leibesfülle den Zugang zu den Organen erschwert, der Bauchraum wenig Platz bietet und oftmals auch die Leber vergrößert ist. Hier besteht die akute Gefahr, umliegende Organe – wie die Leber oder den Darm – und Nerven zu verletzen. Weitere Risikofaktoren, die einen chirurgischen Eingriff erschweren, sind verfettete innere Organe als auch die Auswirkungen einer Vollnarkose auf das überlastete Herz-Kreislauf-System eines an Adipositas leidenden Patienten.

Erste Abhilfe

Hier ist unter Umständen ein stufenweises Vorgehen empfehlenswert. Daher wird ein Chirurg in Einzelfällen die Entscheidung treffen, im Vorfeld der eigentlichen OP einen Magenballon einzusetzen. Durch dieses Stufenkonzept kann ein Patient in der Regel so viel inneres Fett verlieren, dass der weitergehende Eingriff im Anschluss an die Magenballon-Therapie mit vermindertem Risiko durchgeführt werden kann.

Risiken der einzelnen Methoden:


Risiken beim Magenballon

Risiken beim Magenballon

Beim Einsatz eines Magenballons besteht für übergewichtige Patienten ein geringeres Behandlungsrisiko als bei den anderen gängigen Methoden der Adipositaschirurgie. Ein mit Kochsalzlösung zu befüllender Magenballon wird minimal-invasiv mittels eines Endoskops durch die Speiseröhre im Magen platziert und sollte dort ungefähr sechs Monate verbleiben. Dieses sogenannte restriktive Verfahren bewirkt eine zeitlich begrenzbare Verkleinerung des Magenvolumens, welche bei der Zufuhr schon geringer Nahrungsmengen ein sofortiges Sättigungsgefühl bedingt.

Magenanatomie

Die bei dieser Methode etwaigen auftretenden Komplikationen sind zumeist auf Abweichungen der Magenanatomie zurückzuführen; ein Beispiel für eine solche Formveränderung ist der sogenannte Sanduhrmagen, bei dem das Verdauungsorgan in zwei oder mehrere Abschnitte geteilt sein kann und einen stark verengten Magenausgang aufweist. Anatomische Anomalien stellen im Regelfall Kontraindikationen dar.

Voruntersuchung

Um potenziellen Komplikationen vorzubeugen, geht jedem Eingriff eine eingehende Untersuchung durch einen Magen-Darm-Spezialisten voraus. Dieser schaut sich den oberen Magen-Darm-Trakt im Rahmen einer Magenspiegelung (Gastroskopie) gründlich an. Sollte diese Untersuchung zu einem positiven Befund führen wie etwa ein gereizter Magen, Geschwüre oder auch gutartige Polypen, wird der Patient in der Regel so lange therapeutisch behandelt, bis der Magen wieder befundfrei ist.

Die anderen Methoden der Adipositaschirurgie - der Einsatz eines Magenbandes, die Bildung eines Schlauchmagens und der Magenbypass - sind aufgrund ihrer Komplexität mit größeren Risiken behaftet.

Die folgenden Ausführungen widmen sich den speziellen Risiken der gerade genannten operativen Behandlungsmethoden.

Risiken beim Magenband

Risiken beim Magenband

Das Magenband ist das einzige operative Verfahren, welches nicht nachhaltig in den Verdauungstrakt eingreift. Das flexible Band kann ebenso wie ein Magenballon rückstandslos entfernt werden, wird aber in den meisten Fällen auch nach Erreichen der gewünschten Gewichtsabnahme im Körper verbleiben. Auch dieser Eingriff ist ein rein restriktives Verfahren, da in der Folge Nahrung nur noch in kleinen Portionen zugeführt werden kann.

Platzierung des Bandes

Sofern das Band korrekt platziert und die Füllungsmenge des Magens exakt eingestellt wurde, kommt es auch hier bereits nach der Aufnahme kleiner Nahrungsmengen umgehend zu einem lang anhaltenden Sättigungsgefühl. Wenn das Magenband nicht fachgerecht im sogenannten retrogastrischen Tunnel, der ringförmig um den Mageneingang herum angelegt wird, fixiert wurde, kann das Band verrutschen oder durch die Magenschleimhaut ins Mageninnere wandern (Migration).

Hoch qualifizierte Experten

Die Spezialisten, die sich zum Experten-Netzwerk-Adipositas zusammengeschlossen haben, verfügen allesamt über langjährige Erfahrung und sind mit den potenziellen OP-Risiken bestens vertraut. Viele von ihnen haben spezielle Schulungen bei dem angesehenen englischen Adipositaschirurgen Dr. Paul Super in Birmingham absolviert, der im Laufe seiner Tätigkeit bereits mehr als 7000 Magenbänder implantiert hat.

Risiken beim Schlauchmagen / Sleeve

Risiken beim Schlauchmagen / Sleeve

Ein Schlauchmagen wird gebildet, in dem ein Großteil des Magens operativ entfernt und ein sogenannter Sleeve (aus dem Englischen: Schlauch, Hülle) erstellt wird, um das Fassungsvermögen des Organs zu reduzieren. Durch diese OP wird die Anatomie des Magens dauerhaft verändert und er weist danach noch ungefähr den Durchmesser eines Fahrradschlauchs auf.

Leckage

Das größte OP-Risiko ist eine sogenannte Leckage, die auftritt, wenn die Klammernaht, die den Magen teilt und wieder verschließt, nicht 100%ig dicht ist. In einem solchen Fall muss der Chirurg die Klammernaht operativ nachbessern. Die Gesundheitsindustrie schafft aktiv gute Rahmenbedingungen für die Arbeit der spezialisierten Adipositaschirurgen, weshalb in den letzten Jahren große Verbesserungen im Bereich der Sicherheit für Arzt und Patient erzielt worden sind!

Dilatation

Das Auftreten einer Dilatation, also einer Erweiterung oder Dehnung des Restmagens, ist eine weitere mögliche Komplikation einer Schlauchmagen-OP. Oftmals wird die Ausdehnung durch fortgesetzte Diätfehler ausgelöst, etwa wenn sich ein Patient nicht an die Vorgaben der ihn postoperativ beratenden Ernährungsspezialisten hält und unkontrolliert isst. Im Extremfall kann es so im Zeitraum von 1-2 Jahren nach der OP zu einer Dehnung des Schlauchmagens bis auf Normalgröße kommen.

Die Bildung eines Schlauchmagens ist regelmäßig die erste Stufe einer zweistufigen OP, bei der im zweiten Schritt ein sogenannter Roux-en-Y-Bypass durchgeführt wird.

Hormone und Hungergefühl

Warum wird so vorgegangen? Der Teil des Magens, der die für das Hungergefühl verantwortlichen Hormone Ghrelin und Leptin produziert, wird durch den ersten Eingriff entfernt. Somit entwickelt der erfolgreich operierte Patient zunächst keine Hungergefühle mehr. Der menschliche Körper arbeitet jedoch wie ein großer Regelkreis, der pausenlos alle auftretenden Störungen registriert und versucht, diese eigenständig zu korrigieren. Sobald die hormonellen Defizite im System eine Wirkung zeigen, beginnt der Körper nach einiger Zeit, die fehlenden Hormone im Dünndarm zu produzieren; als Folge kann wieder ein erhöhtes Hungergefühl auftreten.

Risiken beim Magenbypass

Risiken beim Magenbypass

Ein Magenbypass schließt sich, wie eben erwähnt, entweder an eine bereits erfolgte Schlauchmagen-OP an, oder ist ein eigenständiger Eingriff, bei dem der Großteil des Magens operativ verschlossen wird und im Körper verbleibt. Im Anschluss daran wird in beiden Fällen der Restmagen direkt mit einer tiefer liegenden Dünndarmschlinge verbunden, wodurch ein beträchtlicher Teil des Verdauungstraktes von der Verdauung ausgeschlossen wird. Als Folge können nur noch kleine Mengen Nahrung aufgenommen werden und die Nährstoffaufnahme im Darm wird drastisch reduziert. Auch hier wird die dauerhaft in die Anatomie des Verdauungstraktes eingegriffen.

Leckage

Der Bypass ist die risikoreichste Form der Adipositaschirurgie. Der verbleibende Teil des Magens unterhalb der Speiseröhre ist nicht größer als ein Schnapsglas, kaum dehnbar und daher äußerst empfindlich. Sollte nach der OP eine Leckage im Bereich der Verbindung vom Magen zum Dünndarm (Anastomose) auftreten, muss auch hier operativ nachgebessert werden. Auch hier wurden – aufgrund des heutigen Stellenwertes der Adipositaschirurgie im Gesundheitswesen - in der jüngsten Vergangenheit große Fortschritte hinsichtlich der Sicherheit für Arzt und Patient gemacht.

Stenosen

Bei den Anastomosen kann es zu Verengungen oder Verwachsungen (Stenosen) im Bereich der Nähte kommen. Das führt dazu, dass der Nahrungsbrei den neuen Verdauungsweg nur noch schwer passieren kann. Diese Stenosen können jedoch chirurgisch mit speziellen Instrumenten geweitet werden.

Dumping-Syndrom

Eine weitere mögliche Folge einer Bypass-OP ist das sogenannte Dumping-Syndrom; der englische Begriff „dump“ lässt sich mit „auskippen, abladen“ übersetzen. Die Beschwerden entstehen ursprünglich durch die Überbrückung des eigentlichen Magenausgangs und die dadurch bewirkte verfrühte Ausleerung des Speisebreis in den direkt angeschlossenen Dünndarm. Man unterscheidet zwischen einem Früh- und Spätsyndrom, je nachdem, wie viel Zeit zwischen der Nahrungsaufnahme und den eintretenden Beschwerden vergeht. Im ersten Fall kommt es nach circa 15 Minuten zu einem Abfall des Blutdrucks, im Zweiten nach etwa 1-4 Stunden zu einer Unterzuckerung des Patienten.

Schlauchmagen oder Magenbypass?

Schlauchmagen oder Magenbypass?

Im Vergleich der Beiden zuletzt genannten Methoden hat sich der Bypass trotz der aufgeführten Risiken aufgrund seiner Stabilität im Langzeitverlauf als Standardverfahren etabliert, wurde jedoch erstmals im Jahr 2014 in Deutschland von den Fallzahlen her vom Schlauchmagen überholt.
Beiden Operationen bieten vielen Komplikationsmöglichkeiten, da es sich um einen großen Eingriff handelt, auch wenn diese OP-Technik minimal-invasiv durchgeführt wird. Die Sterblichkeit nach diesen Eingriffen beträgt etwa 0,5 % und liegt damit höher als für das Magenband (0,1%).
Grundsätzlich als minimal-invasiver Eingriff geplant, es ist jedoch möglich, dass bei intraoperativen Komplikationen oder nach früheren ausgedehnten Eingriffen am Magen-Darm-Trakt die Operation konventionell offen zu Ende geführt werden muss. Die Zufuhr von Vitaminen und Kalzium erstattet Ihre Kasse in der Regel nicht. Die Therapiekosten für diese Substanzen betragen zurzeit etwa 0,25 € pro Tag.

Revisionseingriffe

Revisionseingriffe

In 20-25% aller Fälle kommt es innerhalb von zehn Jahren nach einer erstmaligen Adipositasoperation zu sogenannten Revisionseingriffen, auch Redo genannt (aus dem Englischen: wiederholen, nochmals tun). Diese werden erforderlich, wenn eine vorausgegangene OP mit dem Ziel einer Gewichtsreduktion nur teilweise zum Erfolg geführt oder anderweitige gesundheitliche Komplikationen hervorgerufen hat. Indikationen für einen weiteren Eingriff können unter anderem Reflux oder auch eine erneute Gewichtszunahme sein. Diese hochkomplexen Eingriffe werden regelmäßig in Adipositaszentren mit hoher Expertise auf diesem Spezialgebiet durchgeführt.


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